netenv (0.94.3-27) netenv-de.html.diff

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 doc/netenv-de.html |  487 ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++-------
 1 file changed, 424 insertions(+), 63 deletions(-)

    
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Patch contents

--- a/doc/netenv-de.html	2006-12-17 13:55:58.000000000 +0100
+++ b/doc/netenv-de.html	2006-12-17 13:54:13.000000000 +0100
@@ -2,41 +2,40 @@
 <html>
   <head>
     <title>Netenv 0.94 - Linux Laptop in verschiedenen Netzwerkumgebungen</title>
+    <meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=ISO-8859-15">
   </head>
 
-  <body>
-      <h2><a name="top">Nutzen Sie einen Linux Laptop in verschiedenen Netzwerkumgebungen ?</a></h2>
+<body>
+<p>Zur <a href="#toc" >Inhaltsübersicht</a></p>
+<h2><a name="top">Nutzen Sie einen Linux Laptop in verschiedenen Netzwerkumgebungen ?</a></h2>
 
-    Zu Hause ? Im Büro ? Bei einem Kunden ?
-    <p>
-      Falls ja, kann das kleine Paket <i>netenv</i> nützlich für Sie sein. Beim
+    <p>Zu Hause ? Im Büro ? Bei einem Kunden ?</p>
+    <p>Falls ja, kann das kleine Paket <i>netenv</i> nützlich für Sie sein. Beim
       Booten des Laptops können Sie die aktuelle Netzwerkumgebung mit Hilfe
       eines einfachen Menüs auswählen. Sind Sie zum ersten Mal in
       einer Umgebung, so können Sie einige Grunddaten zur späteren
-      Verwendung eingeben.
-    <p>
-      <I>Netenv</I> erstellt eine Datei mit einigen Variablen, die die
+      Verwendung eingeben.  </p>
+
+    <p><I>Netenv</I> erstellt eine Datei mit einigen Variablen, die die
       aktuelle Netzwerkumgebung beschreiben. Diese Datei wird dann beim
       PCMCIA-Start benutzt (so z.B. in Debian, RedHat und SuSe). Der
       Mechanismus kann auch für Laptops genutzt werden, die eine
-      Netzwerkkarte (oft NIC genannt) onboard haben.
-    <p>
-      So sieht die Auswahlbox von <i>netenv</i> aus:
-    <p>
+      Netzwerkkarte (oft NIC genannt) onboard haben.  </p>
 
-<img src="netenv-chooser-box.png">
-    <p>
+<p> So sieht die Auswahlbox von <i>netenv</i> aus: </p>
 
-      Neben der Grundfunktionalität der Konfiguration der
-      NIC kann <i>netenv</i> für weitere Aufgaben genutzt werden:
-    <ul>
+<p> <img src="netenv-chooser-box.png" alt="netenv"> </p>
+
+<p> Neben der Grundfunktionalität der Konfiguration der
+      NIC kann <i>netenv</i> für weitere Aufgaben genutzt werden: </p>
+
+<ul>
       <li>Auswahl einer XF86Config
-	<p>
 
-	Nützlich z.B. dann, wenn man das Laptop mal standalone mit dem
+<p>	Nützlich z.B. dann, wenn man das Laptop mal standalone mit dem
 	Touchpad und mal mit einem CRT Monitor und externer Maus
-	nutzen möchte.
-	<p>
+	nutzen möchte.  </p>
+	
       <li>Konfiguration des DNS
 	<p>
 	  Mit den <i>netenv</i>-Daten kann eine geeignete /etc/resolv.conf
@@ -79,7 +78,7 @@
 
       <hr>
 <p>
-<a name="toc">Inhaltsübersicht</a>
+<h2><a name="toc">Inhaltsübersicht</a></h2>
 <p>
 <a href="#top">Was macht <i>netenv</i> ?</a>
 <p>
@@ -99,6 +98,8 @@
 <p>
 <a href="#suse">Bemerkungen für SuSe 7.3 Benutzer</a>
 <p>
+<a href="#debian">Bemerkungen für Debian-Benutzer</a><br>
+<p>
 <a href="#alternatives">Alternativen zu <i>netenv</i></a>
 <p>
 <a href="#final">Schlußwort</a>
@@ -106,7 +107,7 @@
       <hr>
 
 
-<h2><a name="download">Wo bekommt man <i>netenv</i> ?</h2>
+<h2><a name="download">Wo bekommt man <i>netenv</i> ?</a></h2>
 
 <I>Netenv</I> hat eine Webseite bei Sourceforge:
 
@@ -124,7 +125,7 @@
 <p>
 <a href="#toc">Zurück zur Inhaltsübersicht</a>
 
-<h2><a name="installation">Hinweise zur Installation</h2>
+<h2><a name="installation">Hinweise zur Installation</a></h2>
 
 Hängt natürlich von der Distribution ab. Bei allen, die rpm-Pakete
 benutzen, als root z.B.:
@@ -139,6 +140,9 @@
 dpkg -i netenv-0.92-2.i386.deb
 </pre>
 
+oder einfach <kbd>apt-get install netenv</kbd>
+
+<p>
 Andernfalls:
 
 <pre>
@@ -147,7 +151,8 @@
 
 Es wird damit ein Shellskript namens <kbd>netenv</kbd>,
 ein kleines Hilfsprogramm trpnc, Konfigurationsbeispiele sowie diese Doku
-installiert. 
+installiert. Außerdem wird ein init-Skript erstellt, das netenv beim
+Booten aufruft.
 
 Abhängig von der Distribution ist nun ein wenig Handarbeit nötig -
 oder eben auch nicht.
@@ -205,11 +210,11 @@
 <h3>SuSe</h3>
 
 Mit Suse 8.x haben sich beim Systemanlauf und bei der
-Netzwerkkonfiguration eine Vielzahl von Änderungen ergeben. Die aktuelle
+Netzwerkkonfiguration eine Vielzahl von änderungen ergeben. Die aktuelle
 Prozedur geht von Suse 8.1 aus, sollte jedoch auch mit 8.0
 funktionieren. Für ältere Versionen siehe den nächsten Abschnitt.
 
-<h4><a name="suse-8-1">SuSe 8.1</h4>
+<h4><a name="suse-8-1">SuSe 8.1</a></h4>
 
 Das Postinstall-Script fügt zwei Zeilen zu /etc/init.d/boot.local hinzu:
 
@@ -242,11 +247,11 @@
 if [ -r /tmp/netenv ]; then . /tmp/netenv; fi
 </pre>
 
-Die Einträge IPADDR, NETMASK usw. rühren von der Grundinstallation
-her und brauchen nicht gelöscht werden. Sie werden durch die
-Zuweisungen in /tmp/netenv übersteuert. In diesem Beispiel wird
-unterstellt, daß die verwendete NIC keine PCMCIA-Karte ist. Falls
-doch, muß aus
+Die Einträge IPADDR, NETMASK usw. rühren von der Grundinstallation her
+und brauchen nicht gelöscht werden. Sie werden durch die Zuweisungen
+in /tmp/netenv<a href="#footnote1" >[1]</a> übersteuert. In diesem
+Beispiel wird unterstellt, daß die verwendete NIC keine PCMCIA-Karte
+ist. Falls doch, muß aus
 
 <pre>STARTMODE='onboot'</pre>
 
@@ -285,11 +290,11 @@
 #! /bin/sh
 # Copyright (c) 1996 SuSE GmbH Nuernberg, Germany.  All rights reserved.
 #
-# Author: Florian La Roche <florian@suse.de>, 1996
-#       Werner Fink <werner@suse.de>, 1996
-#       Burchard Steinbild <bs@suse.de>, 1996
-#       Rolf Haberrecker <rolf@suse.de>, 1998
-#       Werner Fink <werner@suse.de> (based on a patch of Andries Brouwer) 1999
+# Author: Florian La Roche &lt;florian@suse.de&gt;, 1996
+#       Werner Fink &lt;werner@suse.de&gt;, 1996
+#       Burchard Steinbild &lt;bs@suse.de&gt;, 1996
+#       Rolf Haberrecker &lt;rolf@suse.de&gt;, 1998
+#       Werner Fink &lt;werner@suse.de&gt; (based on a patch of Andries Brouwer) 1999
 #
 # /sbin/init.d/network
 #
@@ -301,16 +306,15 @@
 
 <h3>Debian</h3>
 
-Das Debian-Paket netenv wird aktuell überarbeitet. Soweit mir bekannt,
-können PCMCIA-NIC's ohne weitere Konfiguration genutzt
-werden.
-    <p>
-Onboard-NIC's allerdings erfordern eine geänderte /etc/network/interfaces.
-Man kann das mit netenv-Mitteln machen, siehe das Beispielskript
-netenv_setup_debian_example. Tut man nichts, wird die NIC immer so wie
-bei der Systeminstallation konfiguriert - ganz gleich, was man in
-netenv ausgewählt hat.
-
+Bei der Installation des Debian-Pakets versucht dieses, eine
+funktionierende Konfiguration einzurichten, die den aktuellen
+Netzwerkeinstellungen entspricht. Leider ist bei Debian die
+Netzwerkkonfiguration grundsätzlich anders gelöst als bei den übrigen
+Distributionen, und es gibt auch noch zwei Möglichkeiten. Daher sind
+sowohl bei der Installation als auch beim Einrichten weiterer
+Konfigurationen manuelle Eingriffe nötig. Erläuterungen dazu gibt es
+weiter unten unter <a href="#debian">Bemerkungen für
+Debian-Benutzer</a>.
 
 <h3>Mandrake</h3>
 
@@ -320,7 +324,7 @@
 cdialog nicht stabil zu sein. Erst durch Einsatz eines SuSe-dialog
 konnte der Fehler behoben werden.
 
-<h3><a name="how-to-use-tar">Zur Verwendung des tar-Files</h3>
+<h3><a name="how-to-use-tar">Zur Verwendung des tar-Files</a></h3>
 
 Folgende Schritte sind zu tun:
 
@@ -337,7 +341,7 @@
     <p>
 netenv muß <b>vor</b> dem normalen Netzwerk- oder PCMCIA-Start
 aufgerufen werden. Suchen Sie nach <kbd>/etc/init.d/boot.local</kbd>
-oder einem Äquivalent. Für weitere Details siehe den
+oder einem äquivalent. Für weitere Details siehe den
 <a href="#suse-8-1">SuSE 8.1</a> Abschnitt.
 <p>
 Nachdem so sichergestellt ist, daß netenv beim Systemanlauf aufgerufen
@@ -358,7 +362,7 @@
 
 <a href="#toc">Zurück zur Inhaltsübersicht</a>
 
-<h2><a name="basics">Grundlagen</h2>
+<h2><a name="basics">Grundlagen</a></h2>
 
 Die grundlegende Idee ist, daß der Laptopbenutzer während des
 Bootvorgangs eine Information darüber eingibt, wo er sich mit seinem
@@ -389,7 +393,7 @@
 Hochlauf fortgesetzt, ohne daß das Auswahlmenü erscheint. 
     <p>
 Wenn die aktuelle Umgebung bestimmt ist, kopiert netenv die zugehörige
-Beschreibungsdatei nach /tmp/netenv.
+Beschreibungsdatei nach /tmp/netenv<a href="#footnote1" >[1]</a>.
 <p>
 Diese Datei hat die Rechte 644, ist also von jedem Benutzer lesbar. 
 Sie kann so für benutzerspezifische Konfiguration genutzt werden.
@@ -421,7 +425,7 @@
 </pre>
 
 Falls man sich in einem Netzwerk mit DHCP-Server befindet, gibt man
-statt der IP-Addresse dhcp ein. Es wird dann eine /tmp/netenv
+statt der IP-Addresse dhcp ein. Es wird dann eine /tmp/netenv<a href="#footnote1" >[1]</a>
 erstellt, die nur
 
 <pre>
@@ -448,7 +452,7 @@
 verwenden !
 <p>
 netenv bietet abhängig von der Distribution an, das Netzwerk zu
-restarten und so die Änderungen zu aktivieren.
+restarten und so die änderungen zu aktivieren.
     <p>
 Andernfalls kann man bei einer PCMCIA-NIC entweder die Karte entnehmen und
 wieder einführen <b>oder</b> als Benutzer root das PCMCIA-Skript
@@ -555,7 +559,19 @@
 verzweigen. Verläßt man diese, steht die Auswahlbox erneut zur
 Verfügung.
 
-<b>Sicherheitshinweis:</b>
+<p>
+<strong>Dies ist ein Sicherheitsrisiko! Jeder, der physikalisch Zugang
+zum Computer hat, erhält so eine Shell mit <kbd>root</kbd>-Rechten,
+ohne ein Passwort eingeben zu müssen!</strong> 
+</p>
+
+<p>Daher steht diese Funktion in Debian nicht zur Verfügung, es sei
+denn, Sie setzen in <kbd>netenv.conf</kbd> die Variable
+<kbd>ALLOW_EXPERT</kbd> auf <kbd>"YES"</kbd> (siehe <a
+href="#debian-features" >unten</a>).</p>
+
+
+<h3>Sicherheitshinweis:</h3>
 
 Das Verzeichnis /etc/netenv und darin liegende Dateien dürfen nur für
 den Benutzer root schreibbar sein. netenv prüft dies.
@@ -843,7 +859,7 @@
 
 <a href="#toc">Zurück zur Inhaltsübersicht</a>
 
-<h2><a name="dns">Bemerkungen zu DNS</h2>
+<h2><a name="dns">Bemerkungen zu DNS</a></h2>
 
 <I>Netenv</I> nimmt <b>keine</b> DNS Konfiguration vor. Leider gibt es gerade
 hier etliche Unterschiede zwischen den Distributionen.
@@ -898,7 +914,7 @@
 
 <a href="#toc">Zurück zur Inhaltsübersicht</a>
 
-<h2><a name="suse">Bemerkungen für SuSe 7.3 Benutzer</h2>
+<h2><a name="suse">Bemerkungen für SuSe 7.3 Benutzer</a></h2>
 
 Wenn man eine Onboard-Ethernetschnittstelle hat (also gar keine
 PCMCIA-NIC nutzen muß), muß der normale Eintrag in /etc/rc.config
@@ -933,9 +949,9 @@
    shift
    echo ${VARIABLE_TO_CHANGE}'="'$*'"' > /tmp/.netenv.tmp.$$
    LINE=`awk '/^'$VARIABLE_TO_CHANGE'=/ {LINE=NR} END {print LINE}' /etc/rc.config`
-   awk -v LINE=$LINE 'NR<LINE' /etc/rc.config > /tmp/.rc.config.netenv 
+   awk -v LINE=$LINE 'NR&lt;LINE' /etc/rc.config > /tmp/.rc.config.netenv 
    cat /tmp/.netenv.tmp.$$ >> /tmp/.rc.config.netenv
-   awk -v LINE=$LINE 'NR>LINE' /etc/rc.config >> /tmp/.rc.config.netenv 
+   awk -v LINE=$LINE 'NR&gt;LINE' /etc/rc.config >> /tmp/.rc.config.netenv 
    cat /tmp/.rc.config.netenv > /etc/rc.config
    rm -f /tmp/.rc.config.netenv /tmp/.netenv.tmp.$$
    echo netenv_setup: rc.config edited, Variable $VARIABLE_TO_CHANGE set to $*
@@ -975,8 +991,342 @@
 
 <a href="#toc">Zurück zur Inhaltsübersicht</a>
 
+<h2><a name="debian">Bemerkungen für Debian-Benutzer</a></h2>
 
-<h2><a name="alternatives">Alternativen zu <i>netenv</i></h2>
+<h3>Übersicht</h3>
+
+<a href="#debian-config" >Installation und Konfiguration</a>
+<ul>
+  <li><a href="#debian-interfaces" >Konfiguration in <kbd>/etc/network/interfaces</kbd></a>
+</li>
+<li><a href="#debian-network-opts" >Konfiguration in <kbd>/etc/pcmcia/network.opts</kbd></a>
+</li>
+</ul>
+<p><a href="#debian-features" >Zusätzliche Möglichkeiten mit Debian</a>
+</p>
+<p><a href="#debian-wwwoffle" >netenv und der Offline-http-Proxy wwwoffle</a>
+</p>
+
+
+<h3><a name="debian-config" >Installation und Konfiguration</a></h3>
+
+<p>Bei der Installation des Debian-Pakets versucht dieses, eine
+funktionierende Konfiguration einzurichten, die den aktuellen
+Netzwerkeinstellungen entspricht. Leider ist bei Debian die
+Netzwerkkonfiguration grundsätzlich anders gelöst als bei den übrigen
+Distributionen, und es gibt auch noch zwei Möglichkeiten dafür. Daher
+sind, je nachdem, entweder bei der Installation oder beim Einrichten
+weiterer Konfigurationen manuelle Eingriffe nötig. </p>
+
+<p>Wenn es <em>netenv</em> nicht gelingt, die aktuelle Konfiguration
+auszulesen, dann wird es beim Booten nicht aufgerufen, und der Rechner
+verhält sich wie vor der Installation. Man muss dann wie im folgenden
+beschrieben eine funktionierende Konfiguration erzeugen und
+anschließend mit <tt>update-rc.d netenv start 40 S .</tt> den nötigen
+Link auf das init-Skript erzeugen. </p>
+
+
+<p>Die folgenden Absätze beschreiben, welche Benutzereingriffe
+erforderlich sind: Stehen die <a href="#debian-interfaces"
+>Netzwerkeinstellungen bisher in
+<kbd>/etc/network/interfaces</kbd></a>, so ist <i>netenv</i> zwar
+sofort funktionsfähig, aber die Einrichtung neuer
+Netzwerkkonfigurationen für die Auswahlliste ist etwas
+komplizierter. Diese Methode wird bei Debian mit eingebauten
+("on-board") Netzwerkkarten und manchmal mit PCMCIA-Karten
+verwendet. Die zweite Methode, mit den <a href="#debian-network-opts"
+>Netzwerkeinstellungen in <kbd>/etc/pcmcia/network.opts</kbd></a>,
+kann dagegen nur mit PCMCIA-Karten angewandt werden.</p>
+
+<p> Die Installationsroutine ermittelt, welche Methode verwendet wird,
+und erstellt eine passende Musterkonfiguration. Allerdings sind in
+beiden Fällen noch Nutzereingriffe notwendig! Werden in beiden Dateien
+oder in keiner Netzwerkinformationen gefunden, so wird keine
+Konfiguration erstellt und <i>netenv</i> beim Booten vorerst nicht
+aufgerufen. </p>
+
+<h4><a name="debian-interfaces">Konfiguration in <kbd>/etc/network/interfaces</kbd></a></h4>
+
+<p> Die Syntax von <kbd>interfaces</kbd> ist grundsätzlich anders als
+netenv es erwartet, es wird also nicht mit Variablenzuweisungen
+gearbeitet. Daher gibt es auch keine Möglichkeit, die Informationen
+aus dieser Datei einfach zu "überschreiben". Stattdessen wird
+<i>netenv</i> angewiesen, nach der Auswahl einer Netzwerkumgebung ein
+Skript auszuführen, in dem symbolische Links verändert werden. Das
+Ergebnis sieht zum Beispiel so aus: </p>
+
+<pre>
+ls -l /etc/network/interfaces*
+ /etc/network/interfaces -> /etc/network/interfaces.work
+ /etc/network/interfaces.home
+ /etc/network/interfaces.work
+ /etc/network/interfaces.offline
+ /etc/network/interfaces.old -> /etc/network/interfaces.offline
+</pre>
+
+<p>Es werden also nicht die Dateien verändert, sondern nur der
+symbolische Link <kbd>/etc/network/interfaces</kbd> auf das jeweils
+passende Ziel umgeleitet. Auch die Datei <kbd>/etc/resolv.conf</kbd>
+muss genauso behandelt werden. Beachten Sie, dass man auch zum
+offline-Betrieb ein <kbd>lo</kbd>-Device in <kbd>interfaces</kbd>
+braucht. </p>
+
+<p>Die Befehle, mit denen diese Links verändert werden, könnte man
+direkt in die Konfigurationsdatei für die jeweilige Netzwerkumgebung
+schreiben. Auf einem Rechner mit Namen <kbd>lulu</kbd> könnten sie
+<kbd>/etc/netenv/lulu-home</kbd>, <kbd>/etc/netenv/lulu-office</kbd>
+usw. heissen. Es ist allerdings vom Autor von <i>netenv</i> empfohlen,
+in diesen Dateien nur Variablenzuweisungen durchzuführen. Wenn
+speziell die Variable NETENV_SCRIPT definiert wird, dann wird dieses
+Skript automatisch ausgeführt und setzt die Links.</p>
+
+<p>Eine Beispielkonfiguration auf Rechner <kbd>lulu</kbd> könnte
+demnach so aussehen: In <kbd>/etc/netenv/</kbd> befinden sich folgende
+Dateien:</p>
+
+<pre>
+lulu        lulu-customer  lulu-offline      setup-customer      setup-offline
+lulu-work   lulu-home      netenv.conf       setup-work          setup-home
+</pre>
+
+(Beachten Sie, dass es immer eine Datei (oder einen symbolischen Link)
+mit dem Rechnernamen und ohne den Anhang <kbd>-irgendwo</kbd> geben
+muss. Ich verwende diese Datei normalerweise für meine
+default-Konfiguration.)
+<p>
+In <kbd>lulu-work</kbd> steht zum Beispiel:</p>
+
+<pre>
+netenv_id=Arbeit
+export NETENV_SCRIPT=/etc/netenv/setup-work
+
+# you can set any variable here. export it!
+</pre>
+
+<p>Die Variable <kbd>netenv_id</kbd> wird im Auswahldialog von
+<i>netenv</i> verwendet, das Skript <kbd>setup-work</kbd> wird
+ausgeführt (genauer gesagt gesourcet), sobald <kbd>lulu-work</kbd>
+eingelesen wurde. Es sieht folgendermaßen aus:</p>
+
+<pre>
+#!/bin/sh
+
+if [ -r /etc/network/interfaces.work ]; then
+  mv /etc/network/interfaces /etc/network/interfaces.old
+  ln -s /etc/network/interfaces.work /etc/network/interfaces
+fi
+if [ -r /etc/resolv.conf.work ]; then
+  mv /etc/resolv.conf /etc/resolv.conf.old
+  ln -s /etc/resolv.conf.work /etc/resolv.conf
+fi
+if [ -r /etc/exim/exim.conf.work ]; then
+  mv /etc/exim/exim.conf /etc/exim/exim.conf.old
+  ln -s /etc/exim/exim.conf.work /etc/exim/exim.conf
+fi
+</pre>
+
+<p>Wie man sieht, können auch andere Dateien bequem so angepasst
+werden. Wenn einmal eine Konfiguration erstellt ist - was ja
+normalerweise das Debian-Setup übernimmt - sollte es leicht sein,
+weitere hinzuzufügen.</p>
+
+<p>Allerdings kann der Menüpunkt "new" im Auswahldialog von
+<i>netenv</i> nicht zur Erstellung einer neuen Konfiguration verwendet
+werden, denn dort werden nur Variablenzuweisungen in die Dateien im
+Verzeichnis <kbd>/etc/netenv/</kbd> eingetragen! Stattdessen muss man
+dort Dateien erzeugen, die genauso aufgebaut sind wie oben
+beschrieben: <i><kbd>$rechnername-$netzname</kbd></i> definiert das
+NETENV_SCRIPT, dieses lenkt die symbolischen Links um. Das
+Debian-Setup erstellt übrigens diese Dateien unter den Namen
+<i><kbd>$rechnername</kbd></i> (Konfigurationsdatei)
+bzw. <kbd>setup-default</kbd> (NETENV_SCRIPT). </p>
+
+<h5>Alternativen mit <kbd>/etc/network/interfaces</kbd></h5>
+
+<p>Es gibt noch weitere Möglichkeiten zur Konfiguration von <i>netenv</i>, wenn
+die Netzwerkeinstellungen in <kbd>/etc/network/interfaces</kbd>
+erwartet werden. Besonders sei auf den "mapping"-Mechanismus
+hingewiesen, der in der Manpage zu <kbd>interfaces(5)</kbd>
+beschrieben ist. Ein anderer Weg ist in der Datei
+<kbd>netenv_setup_debian_example</kbd> angedeutet.</p>
+
+<h4><a name="debian-network-opts">Konfiguration in <kbd>/etc/pcmcia/network.opts</kbd></a></h4>
+
+Wenn die Netzwerkeinstellungen in <kbd>/etc/pcmcia/network.opts</kbd>
+gespeichert werden, hat man einen großen Vorteil: Dort wird mit
+Variablenzuordnungen gearbeitet, zum Beispiel
+
+<pre>IPADDR="123.456.789.12"</pre>
+
+<p>Dies ist genau die Methode, für die <i>netenv</i> ursprünglich
+eingerichtet wurde. Daher kann man in diesem Fall einfach über den
+Menüpunkt "new" (<kbd>Set_up_new_environment</kbd>) im Auswahldialog
+neue Netzwerkumgebungen einrichten. </p>
+
+<p>Damit diese Variablen aber beim Starten der Netzwerkkarte überhaupt
+wirksam werden, müssen sie in <kbd>/etc/pcmcia/network.opts</kbd>
+zunächst eingelesen werden. Da diese Datei zum Paket <i>pcmcia-cs</i>
+gehört, darf <i>netenv</i> sie nicht einfach verändern. Wohl aber darf
+das der Benutzer (bzw. Administrator). Am einfachsten ist es, einfach
+die Zeile</p>
+
+<pre>. /var/tmp/netenv</pre>
+
+<p>ans Ende dieser Datei einzutragen<a href="#footnote1" >[1]</a> (Ja,
+mit dem führenden Punkt!). Etwas ausgefeilter wäre es, folgenden Patch
+anzuwenden (er ist in der Datei <kbd>netenv-network.opts.patch</kbd>
+enthalten):</p>
+
+<pre>
+--- etc/network.opts.orig	Sat Nov  8 12:10:56 2003
++++ etc/network.opts	Sat Nov  8 12:42:27 2003
+@@ -21,6 +21,8 @@
+     PPPOE="n"
+     # Use WHEREAMI (via the whereami package)? [y/n]
+     WHEREAMI="n"
++    # Use NETENV (via the netenv package)? [y/n]
++    USE_NETENV="y"
+     # Host's IP address, netmask, network address, broadcast address
+     IPADDR=""
+     NETMASK="255.255.255.0"
+@@ -55,5 +57,13 @@
+     # Card eject policy options
+     NO_CHECK=n
+     NO_FUSER=n
++    if [ $USE_NETENV = y ]; then
++      if [ -r /var/tmp/netenv ]; then
++	. /var/tmp/netenv
++      else
++	echo "/var/tmp/netenv unreadable. Perhaps you should set"
++	echo "USE_NETENV=n in /etc/pcmcia/network.opts"
++      fi
++    fi
+     ;;
+ esac
+</pre>
+
+Dies ermöglicht zum einen, <i>netenv</i> einfach zu deaktivieren. Zum
+anderen wird das erste Zeilenpaar dort eingefügt, wo schon
+<i>whereami</i>, ein Programm mit ähnlicher Funktionalität wie
+<i>netenv</i>, konfiguriert wird - ein Außenstehender findet so
+leichter heraus, dass <i>netenv</i> verwendet wird, zum Beispiel bei
+Bugreports. Und drittens gibt es eine zusätzliche Überprüfung, ob die
+Datei vorhanden und lesbar ist, in der <i>netenv</i> die Informationen
+für diesen Rechnerstart speichert.
+
+<h3><a name="debian-features" ></a>Zusätzliche Möglichkeiten mit
+Debian</h3>
+
+Das Debian-Paket bietet derzeit zwei zusätzliche
+&quot;features&quot;. Um sie zu verwenden, muss man die
+Konfigurationsdatei <kbd>/etc/netenv/netenv.conf</kbd> editieren.
+
+<dl>
+  <dt><strong>Expertenmodus</strong>
+  <dd>Der <a href="#configuration" >Expertenmodus</a> ist ein
+    Sicherheitsrisiko, denn man erhält so eine <kbd>root</kbd>-Shell,
+    ohne ein Passwort eingeben zu müssen. Daher steht er in Debian
+    zunächst nicht zur Verfügung. Wenn Sie ihn trotzdem verwenden
+    wollen, verwenden sie in <kbd>netenv.conf</kbd> die
+    Variablenzuweisung
+    <pre>ALLOW_EXPERT=YES</pre>
+    Sie wurden gewarnt!
+
+  <dt><strong>Automatische Auswahl einer
+    Standardkonfiguration</strong>
+  <dd>Das dialog-Programm von Debian besitzt eine
+    timeout-Funktion. Setzt man die Variable <kbd>NETENV_TIMEOUT</kbd>
+    auf eine ganze Zahl größer 0, dann wartet der Dialog beim booten
+    so viele Sekunden wie angegeben. Ist bis dahin keine Eingabe
+    erfolgt, so wird mit der default-Konfiguration gebootet. Das
+    heißt, es wird die Datei in <kbd>/etc/netenv/</kbd> verwendet,
+    die den Hostnamen des Rechners hat. Wenn <kbd>NETENV_TIMEOUT</kbd>
+    auf Null gesetzt wird, dann wartet der Rechner, bis eine Eingabe
+    erfolgt. Beachten Sie, dass dies ein remote-Booten unmöglich
+    macht! 
+
+  <dt><strong>Merken der letzten Auswahl.</strong>
+  <dd>Debian's <i>netenv</i> kann sich merken, welche Konfiguration
+    zuletzt ausgewählt wurde. Dies wird eingeschaltet, indem man die Variable
+    <kbd>NETENV_REMEMBER_LAST</kbd> auf <kbd>yes</kbd> setzt. Wenn sie
+    stattdessen auf <kbd>default</kbd> steht, dann wird beim Erreichen
+    des timeouts anstatt der nomalen Default-Konfiguration (s.o.) die
+    zuletzt verwendete Auswahl gebootet
+
+  <dt><strong>Automatischer Neustart von Dämonen</strong>
+  <dd>Ab Version 0.94 von <i>netenv</i> ist es möglich, das Programm im laufenden
+    Betrieb aufzurufen und die Netzwerkkonfiguration zu
+    verändern. Einige Hintergrundprozesse (Dämonen) müssen dann aber
+    neu gestartet werden oder ihre Konfigurationsdateien (die sich
+    möglicherweise auch verändert haben, s.u.) neu einlesen. Alle
+    <kbd>init</kbd>-Skripte, die in der Konfigurationsdatei der
+    Variablen <kbd>NETENV_RUN_INIT_SCRIPTS</kbd> zugewiesen
+    werden, werden nach dem Wechsel der Netzwerkkonfiguration mit dem
+    Parameter <kbd>restart</kbd> aufgerufen. Man gibt die Skripte als
+    eine in Anführungszeichen eingeschlossene, durch Leerzeichen
+    separierte Liste an, z.B.
+    <pre>NETENV_RUN_INIT_SCRIPTS="chrony myinitscript"</pre>.
+    <kbd>/etc/init.d/networking</kbd> wird auf jeden Fall ausgeführt.
+
+  <dt><strong>Auswahl der Standardkonfiguration per Variable</strong>
+  <dd>Zur Standardkonfiguration von <i>netenv</i> gehört die Datei
+     <kbd>/etc/netenv/<i>$hostname</i></kbd> (ohne angehängtes
+    "<kbd>-ort</kbd>"). Normalerweise kann man den Auswahldialog
+    unterdrücken, indem man die Variable <kbd>NETENV</kbd> auf den
+    Namen des <kbd><i>ort</i></kbd>es setzt, entweder als
+    Kernel-Argument, oder als Umgebungsvariable im laufenden Betrieb.
+    Damit ist es aber nicht möglich, die Defaultkonfiguration
+    auszuwählen, denn das würde einer leeren
+    <kbd>NETENV</kbd>-Variable entsprechen. In Debian kann man
+    stattdessen den Hostnamen angeben: Auf einem Computer namens lulu
+    wechselt 
+    <pre>NETENV=irgendwo netenv</pre>
+    zur in der Datei <kbd>/etc/netenv/lulu-irgendwo</kbd> angegebenen
+    Konfiguration, während
+    <pre>NETENV=lulu netenv</pre>
+    die Konfiguration in <kbd>/etc/netenv/lulu</kbd> verwendet.
+
+  <dt><strong>Überspringen des "restart networking now?"-Dialogs</strong>
+  <dd>Bevor, wie oben beschrieben, die Hintergrundprozesse neu
+    gestartet werden, fragt <kbd>netenv</kbd> (falls es im laufenden
+    Betrieb aufgerufen wird) ob das geschehen soll. Diese Frage wird
+    übersprungen, wenn in <kbd>netenv.conf</kbd> die Variable
+    <kbd>NETENV_DO_RESTART</kbd> gesetzt wird, und zwar auf
+    <kbd>yes</kbd> (um im laufenden Betrieb immer neu zu starten, ohne
+    zu fragen) oder <kbd>never</kbd> (um ohne Frage niemals neu zu
+    starten). 
+
+</dl>
+
+<h3><a name="debian-wwwoffle">netenv und der Offline-http-Proxy wwwoffle</a></h3>
+
+<p>Wie oben beschrieben kann man <kbd>netenv</kbd> anweisen, bestimmte
+ Dämonen über deren init-Skripte neu zu starten. Bei
+ <kbd>wwwoffle</kbd> funktioniert dies leider
+ nicht. <kbd>wwwoffle</kbd> merkt sich nämlich vor dem Anhalten des
+ Dienstes den Status (online oder offline?) und stellt ihn nach dem
+ Neustart wieder her. Dies ist unter bestimmten Bedingungen sinnvoll
+ (z.B. wenn man das wwwoffle-Paket updated, während man online
+ ist). Es führt aber dazu, dass man den Aufruf
+ <tt>/etc/init.d/wwwoffle restart</tt> nicht verwenden kann, wenn
+ man gerade von einer offline- zu einer online-Konfiguration wechselt
+ oder umgekehrt.</p>
+
+ <p>Daher gibt es für <kbd>wwwoffle</kbd> (und für andere Skripte mit
+ ähnlichem Verhalten) eine weitere Variable,
+ <kbd>NETENV_START_STOP_SCRIPTS</kbd>. In ihr aufgeführte Skripte
+ werden nicht mit <kbd>restart</kbd>, sondern zunächst mit
+ <kbd>stop</kbd> und dann mit <kbd>start</kbd> aufgerufen.</p>
+
+ <p>Im übrigen hält der Debian-Maintainer von <kbd>netenv</kbd> dieses
+ Verhalten des wwwoffle-Pakets für einen Bug, siehe <a
+href="http://bugs.debian.org/cgi-bin/bugreport.cgi?bug=224937"
+>http://bugs.debian.org/cgi-bin/bugreport.cgi?bug=224937</a>.</p>
+
+<a href="#toc">Zurück zur Inhaltsübersicht</a>
+
+
+<h2><a name="alternatives">Alternativen zu <i>netenv</i></a></h2>
 
 Wie so oft in Linux gibt es Auswahl. Alternativen zu <i>netenv</i> sind im
 <a href="http://tuxmobil.org/Mobile-Guide.db/Mobile-Guide.html">Linux on the
@@ -990,19 +1340,30 @@
 
 <a href="#toc">Zurück zur Inhaltsübersicht</a>
 
-<h2><a name="final">Schlußwort</h2>
+<h2><a name="final">Schlußwort</a></h2>
 
 Ich hoffe, <i>netenv</i> wird Ihnen nützlich sein. Bei Fragen und
-Kommentaren senden Sie eine Mail an <a href="mailto:bav@epost.de">bav@epost.de</a>. 
-<p>
+Kommentaren senden Sie eine Mail an Gerd Bavendiek, <a
+href="mailto:bav@epost.de">bav@epost.de</a>.  <p>
 
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+<h1><a name="footnotes">Fußnoten</a></h1>
+
+ <a name="footnote1">[1]</a> In Debian wird statt
+ <kbd>/tmp/netenv</kbd> die Datei <kbd>/var/tmp/netenv</kbd>
+ verwendet. Dies liegt daran, dass im Bootprozess nach dem Aufrufen
+ von <cite>netenv</cite> das <kbd>/tmp/</kbd>-Verzeichnis geleert
+ wird. <cite>netenv</cite> würde zwar funktionieren, aber man könnte
+ nicht mehr die aktuelle Konfiguration aus dieser Datei ermitteln.
+ 
+
+ 
       <hr>
       <address><a href="mailto:bav@epost.de">Gerd Bavendiek</a></address>
 <!-- Created: Mon Apr 13 21:25:07 CEST 1998 -->
 <!-- hhmts start -->
-Last modified: Tue Apr  1 20:55:15 CEST 2003
+Last modified: Sun Dec 17 13:54:13 CET 2006
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 </html>